Linus - unser Havaneserrüde
seit 3 Jahren haben wir ein neues Familienmitglied - einen kleinen Havaneserrüden, den wir Linus getauft haben.
Ich möchte hier nicht der Versuchung erliegen, und diesen kleinen Hund vermenschlichen. Trotzdem ist es ein echter Freund geworden, und er ist jedermanns Liebling. Er hat einen festen Platz in seinem menschlichem Rudel gefunden, und bereichert unser aller Leben durch seine bedingugslose Liebe, seine Gelassenheit und seines Hund seiens!
Wenn man sich die Zeit nimmt das Verhalten eines Hundes zu verstehen und zu lernen wie ein Tier reagiert, agiert und kommuniziert, dann lernt man eine ganze Menge dazu.
Jedem Familienmitglied gegenüber verhält er sich anders, und es ist spannend wie genau er seine Position im Rudel wahr nimmt und wie zufrieden er damit ist. Er weiß wo er steht - und das gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit - auch wenn er nicht der Chef ist.
Mit einigen von uns will er nur toben und spielen, andere sind respektiert und als Rudelführer anerkannt. Dann gibt es noch diejenigen, die er ganz besonders liebt - dort wo es immer Leckerlies gibt. Gegenüber anderen Rüden kann der kleine ein ganz schöner Giftzwerg sein, wobei ich manchmal Angst habe, dass irgendwann mal ein großer Hund beißt und ihn verletzen könnte. Die Gerüche der weiten Welt lassen ihn ihm die Hormone regieren - und die sind stärker als jede gute Erziehung.
Charakterlich ist er ein absoluter Menschenfreund. Er weiß genau, was wir von ihm erwarten. Er darf z.B. bei seiner Hauptfamilie nicht auf die Möbel, und würde es auch niemals wagen. Bei mir zu Gast darf er schon auf die Couch, und auf einen bestimmten Hocker was er genau weiß.
Bei der Oma wiederum darf er seinen Hundekeks nur auf einem bestimmten Teppich essen, und das macht er auch. Er kann also ganz genau einordnen, wo er was darf, und wo es bestimmte Verbote gibt. Innerhalb der Wohnung ist er das, was man einen wohlerzogenen Hund nennt. Ein Wachhund ist er nicht. Völlig frmede Mensch, wie z.B. Handwerker werden zwar mal kurz angebellt, aber sein Vertrauen ist ziemlich schnell zu erlangen.Er verstehet alle wichtigen Kommandos, wie sitz, platz, bleib, komm und warte.
Nur wenn er beim Gassi gehen am Schnuppern ist, dann scheint er für keines dieser Kommandos noch ein Ohr zu haben das muss wie ein Rausch sein. All die interessanten Gerüche - das lenkt ab.
Havaneser kläffen so gut wie gar nicht und obwohl sie sehr langes, und weiches Fell haben, so haaren sie auch so gut wie gar nicht. Das weiche Fell wächst immer weiter, so dass er ab und zu mal geschoren werden muss, und es neigt auch dazu zu verfilzen - das geschieht besonders in der nassen Jahreszeit sehr leicht, wenn er nicht regelmässig gebürstet wird. Wenn man auf die Seiten der Züchter dieser Hunderasse geht, dann kan einem das kalte Grausen erfassen. Dort werden diese gutmütigen und gelassenen Tiere als Modepüppchen missbraucht, und mit Schleifchen und anderen Scheußlichkeiten im Fell gedemütigt, und müssen wegen der Eitelkeiten und dem schrecklichem Geschmack ihrer Besitzer wirklich absurde Dinge über sich erhenen lassen. Unser Linus soll Hund bleiben und natürlich aussehen. Alle viertel Jahr kommt er zur Schur, und zum Krallen schneiden, und das war´s schon.
Es ist erstaunlich wie stubenrein er ist. Wenn er wirklich Not hat, dann kommt er angelaufen und fiept ganz jämmerlich um
immer wieder zur Tür zu laufen, um zu zeigen was er dringend braucht. Nur wenn das missachtet wird, dann ist schon mal ein Häufchen im Flur gelandet, und der Hund schämt sich dann in Grund und Boden. Es ist wirklich interessant wie sehr die Körpersprache der Hunde der von uns Menschen ähnelt. Deshalb kommen Menschen und Hunde wahrscheinlich auch so gut miteinander klar - vorausgesetzt die Menschen interessieren sich für die Sprache der Hunde.
