Lüneburger Heide - meine neue Heimat
im Jahr 2006 habe ich mich entschieden die Zelte in Berlin abzubrechen, und in ein kleines Dorf mit 4500 Einwohnern in die Lüneburger Heide zu ziehen. Meine Beziehung war einer der Hauptgründe dafür, aber auch die Möglichkeit in wenigen Schritten inmitten der Natur und den Feldern zu sein machte es Reizvoll für mich. Ich kann behaupten, dass ich das wilde Leben in der Großstadt Berlin sehr genossen habe, aber in jedem Lebensalter hat man Prioritäten, und die Partyzeit ist nun nicht mehr wichtig für mich sondern die Nähe zur Natur. Als ehemaliger Schöneberger habe ich über eine Stunde mit dem Auto gebraucht, um von der Innenstadt ins Umland zu gelangen.
Dieser Weg war mir entschieden zu lang, und auch auf Dauer zu teuer, und als eine schöne Wohnung im Hause meiner Schwiegerfalmilie frei wurde wagte ich diesen Schritt, den ich bis heute nicht bereut habe.
Hier möchte ich euch von meiner neuen Heimat erzählen und vor allem will ich euch Bilder meiner neuen Heimat zeigen.
Wietzendorf ist eine kleine Gemeinde die ziemlich genau zwischen Hamburg und Hannover an der B3 bzw. der A7 liegt. Am bekanntesten ist wohl der Heidepark Soltau, der nicht weit entfernt ist, aber den ich bis heute noch nie besucht habe.
Was mir gleich aufgefallen ist war die Tatsache dass man hier noch richtige, frischgebackene Bäckerbrötchen bekommt, die wirklich lecker schmecken und nicht aus irgend einer Großbäckerei stammen, die Ihre langweiligen Fabrikbrötchen zu überhöhten Preisen anbieten.
Die leckeren Heidekartoffeln, frische Kürbisse oder Äpfel, Heidehonig und Eier bekommt man hier direkt beim Bauern, ebenso den frischen Spargel, der dem Beelitzer Spargel in keiner Weise nachsteht - ich mag ihn sogar noch lieber!
Auch das Fleisch und die Wurst schmeckt direkt beim Fleischer gekauft viel besser als das wässrige Supermarktfleisch
das man in Berlin bekommt. Sicher gibt es in Berlin auch Bio-Läden und auf einigen Wochenmärkten auch noch hochwertiges, gesundes Fleisch das direkt vom Erzeuger kommt. Das hat aber auch seinen Preis und man muss wissen wann und wo diese Märkte stattfinden.
Diese einfachen Grundnahrungsmittel in guter und frischer Qualität zu bekommen ist für mich ein Stück Lebensqualität, die ich nicht mehr missen möchte. Was ich auch als angenehm empfinde ist die Tatsache, dass man sich hier kennt, und auf der Strasse grüßt. Kaum jemand schließt sein Fahrrad ab wenn er mal kurz einkaufen geht - es kommt hier nichts weg - außer ein angetrunkener Nachbar leiht sich das Rad mal aus um nach Hause zu kommen, und stellt es danach irgendwo im dort wieder ab. (Da ist wohl schon öfter geschehen)
Undenkbar in Berlin. Sicherlich gibt es hier auch schon mal Diebstähle, Einbrüche und Kleinkriminalität, aber das ist wirklich die Ausnahme, und nicht die Regel. Es mag komisch klingen, aber es ist ein subjektiv gefühltes Stück " Heile Welt" die das Leben auf dem Nordwestdeutschem Dorf für einen Berliner, der anderes gewohnt ist sehr angenehm macht.
Natürlich gibt es auch einiges, was ich mir anders oder schöner vorgestellt hätte bevor ich hier her gezogen bin, und das hat fast immer mit Lärm zu tun. Einer Form der Umweltverschmutzung, gegen die man sich nur sehr schwer zur Wehr setzten kann, aber dazu an anderer Stelle mehr.
Rund um Wietzendorf gibt es wunderschöne Wanderwege die teilweise entlang der beiden Heidebächen Wietze und Aue
führen, und die für Wanderer und Radfahrer gleichermaßen gut geeignet sind. Außerhalb der Urlaubszeit hat man gute Chancen lange Wanderungen durch die Natur und die Felder zu unternehmen ohne irgend einen Menschen zu treffen. Landschaftlich wird die Umgebung von der Landwirtschaft dominiert, und es gibt viele landwirtschaftliche genutzte Flächen und Felder. Daneben viel Wald, einige Moore die meistens unter Naturschutz stehen, und nicht zu vergessen die Truppenübungsplätze die ein wahres Refugium für seltenste Tiere und Pflanzen geworden sind. Diese Gebiete darf man zwar nicht betreten, aber die Straßen durch die Übungsplätze können meistens befahren werden, und sie sind wunderbar für stundenlange Radtouren oder Inlinescating geeignet.
Ich habe hier inzwischen einige Lieblingsorte gefunden, an denen ich ungestört die Natur beobachten kann. Solche Orte brauche ich denn wenn ich dort eine Weile bleibe, dann bekomme ich den Kopf frei und vergesse fast alle Sorgen. Ich glaube jeder Mensch hat so ein paar Liebligsplätze, die er auch nicht mit vielen anderen Leuten teilen möchte.
Wer sich, für seltene gewordene Pflanzen- und Tierarten interessiert, der kann hier mitunter wahre Juwelen finden. Allerdings behalte ich solche Fundorte für mich, da es viele "Möchtegern-Naturfreunde" gibt die gnadenlos seltene Pflanzen ausgraben, um sie zu sammeln, damit zu Handeln oder einfach zu besitzen - anstatt sich ihrer an den natürlichen Standorten zu erfreuen.
Ich habe mal an einer Führung mit Experten durch eines unserer Naturschutzgebiete teilgenommen, weil ich mir mehr Erkenntnisse über die einheimischen Pflanzen erhoffte. Viele der anderen Teilnehmen rupften pausenlos irgendwelche Pflänzchen aus, um sie dann dem Experten unter die Nase zu halten und nach dem Namen zu fragen - bzw. ihre eigenen Vermutungen für die Arten bestätigen zu lassen. Diese sogenannten Naturliebhaber hinterließen eine kleine Schneise der Verwüstung, und ich musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht einen Eklat zu veranstalten. Warum müsst Ihr den alles rausreiße, was ihr bestimmen wollt, Ihr Idioten!
Wenn ich auf die Pflanzenjagt gehe, dann nur mit meiner Kamera, und wenn die Pflanzen ungünstig stehen, und kein vernünftiges Bild zu machen ist, dann ist es halt so. Das gleiche gilt für mich auch wenn ich unterwasser fotografiere. manche Motive sind einfach versteckt, und man kommt nicht heran ohne sie zu zerstören.
Hier könnt Ihr einige Bilder einheimischer Pflanzen sehen, die in der Umbebung von Wietzendorf vorkommen.
Hier gibt es einige Bilder von dem Dorf, wo ich jetzt lebe und in dem ich mich wirklich sehr wohl fühle, auch wenn mir einiges hier ziemlich auf die Nerven geht.
Diese Seite war die erste Version zu dem was mir zu meiner neuen Heimat eingefallen ist. Inzwischen habe ich meine neue Heimat besser kennen gelernt, und ich bereue noch immer nicht dass ich nun hier lebe. Ich habe hier liebe Freunde gefunden, arbeite schon seit ein paar Jahren in der Apotheke Wietzendorf für ein paar Stunden in der Woche, indem ich bei Computerfragen behilflich bin und auch die Webseite erstellte habe und Pflege. Meine lieben Kolleginnen und Meine Chefin ( Ich bin der einzige Mann im Betrieb) haben mich wirklich als echtes Teammitglied aufgenommen, und ich freue mich sehr dass ich mich dort auch ein bisschen einbringen kann, und so auch in diesem Dorf ein Stück mehr angekommen bin.
Es gibt aber auch einige Dinge, die ich mir als ich noch Gast und kein Einwohner hier war wesentlich verklärter gesehen habe. Die schöne Natur, die Herrliche Ruhe, der REichtum an Tier- und Pflanzenarten - hier habe ich lernen müssen, dass dieses Paradis nicht so existiert, wie ich es anfangs empfunden habe.
Am besten ich zeige euch mal die gleiche Seite wie diese hier, aus der Sichtweise von 2011. Eines will ich aber ganz deutlich machen! Ich mag die Wieztendorfer, und ich glaube viele Wietzendorferm mögen mich auch. Ich musste nur einfach lernen, dass es rücksichtslose Menschen einfach überall gibt - und das manche Unverschämtheiten hier auf dem Dorf viel merh auffallen, als in meiner alten Heimat Berlin, wo soweiso 80% der Leute ihren eigenen Ego-Trip fahren.
